Informationen zum Langwellensender DCF77
Der Sender steht in Deutschland (in Mainflingen, bei Frankfurt a. M.) und sendet mit 50kW Leistung, bei einer Frequenz von 77500 Hertz.
Da die Sendefrequenz von Atomuhren abgeleitet wird, wird der Träger als Frequenznormal genutzt. Auf dem Träger
werden mit Hilfe von Amplitudenmodulation Sekundenmarken aufmoduliert.
Eine Ausnahme bildet die 59. Sekunde (bei einer Schaltsekunde die 60. Sekunde),
wodurch so die erste Sekunde jeder Minute gekennzeichnet wird.
Bei jeder Sekundenmarke (im Folgendem Bit genannt) wird der Träger auf etwa 15% abgesenkt, dies entspricht je nach dauer der Absenkung, entweder logisch "0" bei 100ms oder logisch "1" bei 200ms.
Die folgende Grafik zeigt ein Beispiel zur Hüllkurve des DCF77-Signals:
Hüllkurve
Die Aufteilung der Bits ist wie folgt:
Bit 0 ist immer logisch null und stellt den Beginn einer neuen Minute dar.
Bit 1 bis Bit 14 enthalten verschlüsselte Wetterdaten, welche von der Meteo Time GmbH bereitgestellt werden.
Bit 15 ist ein Rufbit, ist dieses gesetzt, werden Mitarbeiter der Physikalisch Technischen Bundesanstalt (PTB)
alarmiert, dieses Bit gibt an, das etwas mit der Steuereinrichtung des Senders nicht in Ordnung ist.
Bit 16 zeigt den Wechsel zwischen der Sommer und Winterzeit zum Ende der Stunde an.
Bit 17 und 18 geben den Offset in Stunden zur UTC an, bei MEZ = 1 Stunde, bei MESZ = 2 Stunden.
Wenn Bit 19 gesetzt ist, wird eine Schaltsekunde am Ende der Stunde eingefügt.
Bit 20 kündigt den Beginn des Zeitprotokolls an, dieses ist immer Logisch eins
Bit 21 bis Bit 28 beinhalten die Daten der Minute wobei mit Bit 28 eine gerade Parität erreicht wird,
Bit 29 bis Bit 35 beinhalten die Daten der Stunde wobei mit Bit 35 eine gerade Parität erreicht wird,
Bit 36 bis Bit 58 beinhalten das Datum, in der Reihenfolge Kalendertag, Wochentag, Monat und die letzen beiden
Stellen der Jahreszahl. Für z.B. 2009 ist dies 09. Anchließend wird mit Bit 58 wird für das komplette Datum eine gerade Parität erreicht.

Wenn eine Schaltsekunde eingefügt wird, dann ist dieses weitere gesendete Bit immer logisch null.

Eine detailliertere Beschreibung ist auf Wikipedia unter DCF77 zu finden.
Wetterdaten
Seit etwa November 2006 werden die ersten 14 Bit für die Übertragung von Wetterdaten genutzt, sie haben einen Umfang von 90 Regionen in Europa, wovon 60 Regionen eine Vier-Tages-Prognose erhalten und die restlichen 30 erhalten eine 2-Tage-Prognose. Diese Daten werden jedoch Verschlüsselt übertragen. Man benötigt einen Entsprechenden Daten-Decoder-Chip um daraus die Wetterdaten zu entschlüsseln. Ein Wetterdatensatz umfasst 3 Blöcke zu je 14 Bit. Die drei Blöcke werden aneinandergereiht um ein vollständiges Wettertelegramm mit 42 Bit zu erhalten, dazu werden noch Uhrzeit und das Datum vom letzten Paket angehängt. Daraus entsteht ein Datensatz zu 82 Bit. Diese 82 Bit werden vom Dekoder zu den 22 Bit Wetterdaten entschlüsselt.
Einer der Decoder-Chips nennt sich HKW581.